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WDR 4 – Time to Wonder – Video

WDR 4 – Time to Wonder – Video

“Ein besonderer Song in dieser seltsamen Zeit: WDR 4 und Fury in the Slaughterhouse haben eine neue Version des allerersten Fury-Hits „Time To Wonder“ produziert, u.a. mit Wolfgang Niedecken, Jan Josef Liefers, Laith Al Deen, Johannes Oerding, Mirja Boes, Guildo Horn, Henning Krautmacher, Purple Schulz uvm. Das Corona-Virus hat die ganze Welt im Griff, die meisten sind #Zuhause und befolgen die Vorsichtsmaßnahmen. Das betrifft auch viele Stars und Künstler. Mit dabei sind viele Künstlerkollegen, die wie ein Großteil der Bevölkerung #Zuhause bleiben, Musiker des WDR Funkhausorchesters, WDR 4-Moderatorinnen und Moderatoren.”

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Es ist trotz dieser herausfordernden Zeit, schön zu sehen, wie wir uns als Gesellschaft wieder begegnen. Ob gemeinsam musizierend oder täglich – wie in Köln-  klatschend auf dem Balkon. Wir wollen uns verbinden, gemeinsam sein, auch ohne persönlichen Kontakt finden wir diesen Weg. Vielleicht ist genau das die Chance, die wir durch diese Krise erhalten? Uns als Gesellschaft, persönlich und jeden Einzelnen wieder wahrzunehmen, zu helfen, einmal inne zu halten, gemeinsame Wege zu beschreiten und “zu sehen”.  

Die wenige Zeit, die wir derzeit außerhalb unserer Wohnung sein können, starren wir nicht mehr auf unser Handy, sondern schauen in die Gesichter, die uns begegnen, erfreuen uns an dem Sonnenschein, der uns auf der Nase kitzelt, und atmen die frische Luft. Die Kleinigkeiten, die wir in all der Hast und der Selbstverständlichkeit unseres bisherigen Alltages nicht sehen konnten. Ein freundliches Lachen, einen Gruß oder einfach nur den Anderen in der Schlange am Gemüsestand den Vortritt lassen. Ein interessiertes “Wie gehts” zum Nachbarn, ein freundliches Wort an der Fleischtheke für die Fleischwarenwurst-Verkäuferin, ein Dankeschön an die Kassiererin im Supermarkt. Ein selbstverständliches Warten draußen vor dem Supermarkt, eine helfende Hand in der Quarantäne, ein Achten auf den Anderen. Selbstverständlichkeiten, die wir kaum noch im hastigen Alltag wahrgenommen und selbst gefühlt haben. Aber auch die Zeit, die wir uns nehmen, wieder mit Freunden und Bekannten zu telefonieren, unsere Familie anzurufen und gemeinsam beim Weinchen zu skypen – ohne lange Terminvereinbarungen. Und für mich als Städterin – in Berlin – diese Stille und Ruhe. Es ist eine Zeit der Wahrnehmung und Wertschätzung, aber auch der Ängste und Sorge um die gesundheitliche und berufliche Zukunft. Die positiven Aspekte kann ich für mich selbst nur wahrnehmen, weil meine grundlegenden Bedürfnisse – Wohnung, Essen, eine gewisse finanzielle Grundsicherung und ein liebevolles Elternhaus und im eigenen Haushalt – gedeckt sind. 

Eine Zeit in der wir merken, wie wichtig es ist, gesund und geborgen zu sein. Welches Glück vorherrscht, in diesem Land zu wohnen mit einem sozialen und gut ausgebauten Gesundheitssystem. Einer Regierung, die sich wirklich um das Wohl ihrer Mitbürger kümmert, die in einer Kurzfristigkeit Maßnahmen für alle Zweige und Bereiche erarbeitet haben. Die genauso wie wir – solch eine Pandemie – zum ersten Mal erleben. Ein Land in dem ein einzelnes Menschenleben nicht mit wirtschaftlichen Zahlen aufgewogen wird.  Wir spüren die Krise, jeder für sich, ob gerade als helfende Hand, Arzt, Reinigungskräfte, Pflegepersonal, Verkäuferinnen im Supermarkt oder als Unternehmen, Selbständiger, Angestellter und Mitbürger. Wir wissen nicht, wie und wann wir unsere gewohnten Selbstverständlichkeiten und Comfort Zonen wieder leben können. Und das ist für uns die herausforderndste Aufgabe. Wir sind als Menschen psychologisch gepolt, Dinge zu kontrollieren und Sicherheiten aufzubauen. Zu wissen, wo wie wir unser Essen morgen für unsere Familie auf den Tisch bringen und am Ende des Monats wissen, wie wir unsere Miete bezahlen können. Gleichzeitig reisen der Großteils der Menschen nicht mehr mit leichtem Gepäck – eine Vielzahl an finanziellen Verpflichtungen begleiten uns – welches uns gefühlt unflexibel machen und unter Druck setzt.

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Gewohnte Freiheiten, ob das Reisen und die Welt oder einfach zum Shoppen in den Lieblingsladen, die Arbeit mit Kollegen im Büro, das Essen mit Freunden im Restaurant, die Geburtstagsparty bei Oma oder die Schule für die Kinder – all das, ist das erste Mal in unserer Generation eingeschränkt und macht sich als Luxusgut bemerkbar. Und zeitgleich akzeptieren wir es, weil wir in unserem Inneren wissen, dass wir die Gesundheit von uns allen als wertvolles Gut verstehen. Für mich fange ich an, die erzwungene Ruhe als Zeit-Geschenk zu akzeptieren, mich all den Dingen, die ich bisher aufgrund von Hektik, vollen Terminkalendern und selbst gesetzten Leistungsdruck nicht die Priorität erhalten haben, zu zuwenden. Was anderes bleibt uns auch nicht übrig. Deshalb sucht jeder für sich selbst den geeigneten Weg, mit dieser Krise umzugehen. Für mich ist der Weg von Optimismus der helfende Pfad, diese Veränderung zu akzeptieren und für mein tägliches Wohlbefinden positiv gestimmt zu sein.  

Fakt ist, egal wie wir das Glas sehen – halbvoll oder halbleer –  die Krise ist und bleibt herausfordernd.  Deshalb sind solche Songs und Aktionen von Künstlern und Medienanstalten eine Ode an die Hoffnung und das Durchhalten. Danke dafür. Danke an uns alle. 

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